Donnerstag, Mai 18, 2006

"Herr Lehmann" um die Ecke

Der Film "Herr Lehmann" (2003) spielt bei mir um die Ecke in Kreuzberg, allerdings kurz vor dem Mauerfall. Kürzlich habe ich die DVD dazu gekauft und mir den Film (nachdem ich ihn vor gut zwei Jahren in Zürich im Kino gesehen hatte) nochmals angesehen. Ich erkannte Strassennamen, Eckhäuser und Cafés (z.B. das uralte Schild des Café im Grenzbereich), allerdings auch kleine Unstimmigkeiten, die wohl nötig waren, um die Zeit vor November 1989 plausibel erscheinen zu lassen. Seither hat sich in der Gegend einiges verändert.



"Berlin-Kreuzberg im Jahr 1989 ist ein kleiner Kosmos in einer riesigen Galaxie, schon das angrenzende Kreuzberg 61 ist befremdendes Ausland, Charlottenburg ein anderer Kontinent und die DDR ein fremder Planet. Kreuzberg SO36* ist der Kiez, in dem Herr Lehmann zu Hause ist. Er ist der Guru einer beschaulichen, übersichtlichen Welt voller Philosophen, Künstler, Biertrinker, Kokser, Heteros, Schwuler und anderer Lebenskünstler, die inmitten einer feindlich gesinnten Welt ihre Enklave und das Recht auf Stillstand gegen jede Form von Veränderung verteidigen. Herr Lehmann heißt eigentlich Frank, aber da er schon bald dreißig wird, nennen ihn alle nur noch "Herr Lehmann". Doch unaufhaltsam schleichen sich Störungen in die lieb gewordenen Gewohnheiten seines Lebens: Ein aufdringlicher Hund, der Besuch seiner Eltern, die schöne Köchin Katrin, sein bester Freund Karl und ein bis dato unbekannter Kristallweizen-Trinker werden in kurzer Zeit für mehr als nur Unruhe sorgen. Während sich im Ostteil der Stadt und in der ganzen DDR große Umbrüche ankündigen, hat Herr Lehmann alle Hände voll zu tun, die an ihn herangetragenen Herausforderungen zu bewältigen."
(Quelle: Film-Website)

Das Frühstückscafé "Cream" an der Schlesischen Straße hat einige Frühstücksmenüs nach dem Film benannt.

Das Buch "Herr Lehmann", auf dem der Film basiert, hat übrigens Sven Regener geschrieben. Er ist der Sänger einer meiner Lieblingsbands namens Element of Crime.


*Kreuzberg SO36: bis zur Einführung der neuen Postleitzahlen wurden die einzelnen Bezirke Westberlins in Postzustellbezirke unterteilt, in Kreuzberg gab es Kreuzberg 61, vorderes Kreuzberg, und eben SO36, das Gebiet, das dahinter, nah an der Mauer, lag. Heute heisst noch ein sympathisches Nachtlokal an der Oranienstraße SO 36. Und die Quartiergegend nennt sich Wrangel-Kiez.

1 Comments:

Anonymous PLZ CENTER said...

Abgesehen davon, dass Berlin eine andere Stadt ist heute, wirklich schade dass die alten Postzustellbezirke verschwunden sind. Ausser 36 und 61 kennt die heute ja auch fast niemand mehr. bzw. stellen sich diese beiden so dar.

3/21/2011 05:13:00 nachm.  

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