Donnerstag, Mai 18, 2006

Palast der Republik





Die Zukunft des "Palasts der Republik" war in den letzten Jahren nicht zuletzt auf Grund der zentralen Lage und seiner historischer Bedeutung heiss umstritten. Das Gebäude im Zentrum Berlins wurde 1976 eröffnet und beherbergte die Volkskammer der DDR. Der Palast wurde auf dem Gelände des im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörten Berliner Stadtschlosses gebaut, das im Jahr 1950 wegen Ablehnung der Rekonstruktion und Subventionierung eines Symbols des preussischen Militarismus und Adels und wegen Finanzknappheit nach Kriegsende gesprengt wurde. Nach dem Abriss des Stadtschlosses wurde das Areal 23 Jahre als Fest- und Aufmarschplatz, Politikertribüne und Parkplatz genutzt.
Seit dem Mauerfall sollte der ehemalige Palast der Sozialistischen Einheitspartei abgerissen werden (es wurde z.B. Asbest gefunden), verschiedene Anträge zur Erhaltung des Gebäudes, vor allem von linker Seite, verzögerten aber das Vorhaben.



Seit Februar diesen Jahres wird der Palast derzeit schrittweise abgetragen. Bis Ostern 2007 sollen die Arbeiten beendet sein.
Der Abriss des früheren SED-Palasts nennt sich nun auf offizellen Tafeln bei der Baustelle beschönigend "selektiver Rückbau".

Das untere Bild stammt vom letzten Wochenende, das obere von Wikipedia.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Ah, sehr interessanter Beitrag. Bei meinem letzten Besuch in Berlin habe ich mich gewundert, was sie wohl mit all dem Alteisen anstellen. Vielleicht verkauefen sies ja nach China, wo es für ein neues Protzprojekt der KP recycled werden könnte. Auf diese Weise würde der alte DDR-Stahl in neuem Chinaglanz erstrahlen und die Linksparteien wären sicherlich auch zufrieden.

5/24/2006 08:08:00 nachm.  
Anonymous Katharina said...

Erichs Lampenladen wie der Palast der Republik auch genannt wurde, ist wirklich ein Phänomen. Als ich vernahm, dass der Palast einem Schlösschen weichen soll, regte sich in mir der Widerstand. Aristokratisches Gehabe gleich hinter Marx und Engels? Das darf nicht sein. Neben allen ideologischen Argumenten, gibt es aber ein im wahrsten Sinne des Wortes Grund legendes „Rückbau“-Problem. Einen schönen Artikel dazu gab’s in der Süddeutschen Zeitung vom 5.2.06 (ist im Online-Archiv frei zugänglich). „Die Wanne ist voll“ titelte die SZ. Palast und Dom stehen auf unsicherem Grund, denn der Grundwasserspiegel ist hoch und der Boden weich in Mitte. Als im Sommer 1973 800 Arbeiter und Soldaten zu graben begannen um das Fundament des Palastes zu schaufeln, senkte sich der Dom, denn auf der anderen Seite fehlte plötzlich das Gewicht. Die Risse im Dom wurden gekittet und der gebaute Palast schaffte wieder die nötige Balance in der Badewanne. Werden nun die 200'000 Tonnen abgebaut, senkt sich der Dom erneut. Daher müssen 200'000 Tonnen Sand hinter dem Palast am Spreeufer deponiert werden. Man stelle sich vor, all die erschreckten Touristinnen und Touristen, wenn der Boden plötzlich schaukeln würde. Aufgrund dieser statischen Herausforderung ist die Bezeichnung „selektiver Rückbau“ fast zu verzeihen auch der Euphemismus ganz klar im Sinne der Schlösschenbauer ist.

6/27/2006 10:30:00 nachm.  

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