Montag, Juli 24, 2006

Wohnen im Wachturm

Am Ende der Schlesischen Straße, fünf Gehminuten von meiner Wohnung, steht noch ein Grenzwachturm aus Mauerzeiten. Davor steht seit einiger Zeit ein grosses Bauschild mit der Aufschrift "Wohnen im Turm".
Wachtürme sind nach meinem Empfinden eine eher schauerliche Erinnerung an noch nicht allzu lang vergangene Zeiten. Wochenlang empörte ich mich etwas über das Projekt, da ich der Überzeugung erlag, dass sich dahinter ein skrupelloses Architekturbüro versteckt, das aus dem Überrest der Mauer ein hippes Einfamilienhaus machen möchte. In diesem zunehmend hip werdenden Stadtteil, sagte ich mir mit steigender Empörung, würden sich bestimmt ein paar zugezogene Berliner Szenis finden, die es total cool fänden, in einem ehemaligen Grenzwachturm zu wohnen.

Erst kürzlich nahm ich zur Kenntnis, dass hinter dem Projekt das raumlabor_berlin steht. raumlabor_berlin ist eine Gruppe für Architektur und Städtebau, deren Projekte sich mit Städteplanung, Landschaftsarchitektur, Gestaltung des öffentlichen Raumes und künstlerischen Installationen auseinandersetzen.

Dass es sich um eine spielerische Aktion handelt, die zwar durchaus mit etwas PR für raumlabor_berlin verknüpft ist, hat mich nach den bösen Vermutungen dann doch sehr erleichtert.

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