Donnerstag, Mai 24, 2007

Züri-Berlin im Textil-Nirvana

Meine Städte-T-Shirts mussten neulich in eine andere Lebensform ausserhalb des RAKKE-Kleider- schranks und jenseits meines Oberkörpers transzendieren. Kurz davor wurden sie immerhin noch digital memoriert und finden nun hier ihre Gedenkstätte.

1. Zürich aus Zeiten des Phonetik-Kurses an der Uni, wo man das Internationale Phonetische Alphabet bis zum Abwinken üben musste.

2. Ein touristisches Berlin-T-Shirt, das als Spoof Ad den Coca Cola-Schriftzug mit einem tollen Berliner Stadtteil unterwandern sollte. Damals war ich grad so richtig fasziniert von der Adbusters-Bewegung. Dass ich ein Jahr später mal in Kreuzberg wohnen würde, stand damals natürlich noch auf keinem hellseherischen Werbeplakat, dessen Botschaft man subversiv hätte untergraben können. Inzwischen glaube ich allerdings, ein wenig ernüchtert, dass nicht selten das Unterwandern von Botschaften im Grunde dieselben stärkt. So gibt auch das "coole" Kreuzberg dem in bestimmten Kreisen als "uncool imperialistisch" geltenden Cola-Schriftzug eher Auftrieb. Da müssen Afri, Fritz und Mecca noch gewaltig Kohlensäure geben, um je an ihr politisch unkorrektes Vorbild heran zu kommen.

Noch nicht im textilen Nirvana, sondern inzwischen des öfteren an meinen Beinfortsätzen, befinden sich diese schwarzen Socken. Meine liebe Cousine schenkte sie mir nach der turbulenten Rückkehr in die Heimatstadt.
Die Fusshülsen tragen den einfühlsamen Namen sensitive berlin und waren wunderbar sensibel verpackt. So sensibel, dass es Monate gedauert hat, bis ich sie endlich enthüllt und in die armen empfindlichen Dinger angemessen mit Füssen getreten habe.

2 Comments:

Anonymous sum1 said...

Es ist zweifellos so, dass Subvertising zumindest die Original-Marke noch wachruft also im Sinne der any publicity is good publicity wirkt.
Ein Kreuzberg-Mc Donalds Verschnitt wäre allerdings derzeit opportun.

5/24/2007 10:27:00 vorm.  
Blogger sarah said...

Besten Dank, sum1, dass ich dank dir vom neusten Feldzug erfahre (obwohl natürlich der Herzstillstand nah ist). Eine Mc Donald's-Filiale an der Wrangelstraße?? Waren denn die Kreuzburger an der Oranienstraße nicht gut genug?

Mit dem Wrangelkiez ist längst geschehen, was auch das Schicksal der einst subversiven Kommunikationsguerilla war. Inzwischen gehört Guerilla-Marketing zum Angebot jeder seriösen Werbefirma und hat jegliche Subversion quasi verloren. So kann sich auch eine der letzten Mc-freien Zonen der Welt nichts mehr darauf einbilden.
Der einzige Trost kann für mich ein Mc Donald's in Kreuzberg sein, dass meine Grosstante in Berlin-Lichterfelde ein Stück weit einsieht, dass Kreuzberg nun auch in der heilen Welt angekommen ist, und dass ich nicht in Teufels Küche gewohnt habe.

5/24/2007 12:14:00 nachm.  

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