Freitag, August 25, 2006

Baumhaus an der Mauer



Mein Nachbar Jan hat mir kürzlich eine Kuriosität bei uns in der Nähe gezeigt: Das Baumhaus an der Mauer.
Es liegt ungefähr auf halber Höhe der Köpenicker Straße. Diese verlief vor 1989 etwa zur Hälfte entlang der Berliner Mauer und war durch diese zusätzlich halbiert - der nordwestliche Teil lag im sowjetischen Sektor, unser Abschnitt gerade noch in Westberlin.
Direkt an der Mauer im Westteil (siehe roter Punkt auf der Karte) hatte sich Osman Kalin zu Mauerzeiten beim Bethaniendamm einen Zwiebelgarten angelegt, ohne dass die Westberliner Behörden hätten einschreiten können. Der Fall beschäftigte sogar das Ostberliner Zentralkomitee. Obwohl nämlich das Grundstück im Westen lag, gehörte das Territorium noch zum Staatsgebiet der DDR. Um an der Mauer zu sparen, hatte man kurzerhand ihren Verlauf begradigt, und so lag ein Stück DDR jenseits der Mauer im Westteil.

Kurz nach der Wende hat sich Osman Kalin da eine improvisierte Bretterbude als Gartenhaus zusammengezimmert und einen Baum geschickt ins Haus integriert. Inzwischen wird das "Baumhaus" von Kamerateams und Stadtplanern besichtigt und ist seit zwei Jahren sogar offiziell anerkannt.

Mehr dazu in der Berliner Zeitung und im MieterMagazin.

Bild: flickr/Tommy Blank

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