
Seit heute hängt auch an Zürcher Kiosken das ge
«spiegel»te
Comeback Berlins als Weltstadt. 1999 fragte man sich bei der
MorgenWelt, ob Berlin
zur Weltstadt rekonstruiert werde, und anderswo wird noch dieser Tage wortreich über
Berlin als Weltstadt philosophiert. Man kommt bei
Alles über Berlin schliesslich zum leicht befremdenden Schluss: "Mithin ein weiterer Grund, warum Berlin so schrecklich ist!" Aber wahrscheinlich ist das alles Koketterie und schlicht eine verkappte Liebeserklärung, denn wer Kategorien wie
"Mondiale Provinz" erfindet, kann Berlin nicht nicht lieben.

Ein
Berliner Besucher der
europäischen Konferenz über Protestbewegungen in Zürich war ganz angetan vom erstmals besuchten Nachbarland.
Mittlerweile las er allerdings in der
Berliner Zeitung vom neuen
Schweizer German Bashing und dürfte dadurch wieder etwas ent-euphorisiert worden sein.

Seit wenigen Tagen
bloggt nun auch unser ehemalige Bundespräsident und weiterhin Bundesrat und Kommunikationsminister
Moritz Leuenberger. Vor einem halben Jahr schrieb ich
an dieser Stelle:
Frau Merkel hat Leuenberger durch ihre Direktkommunikation via Video-Blog einiges voraus.Des Zürcher Leuenbergers Blog ist bestimmt kein technisches Wunderwerk, wirkt aber im Vergleich zu
Angela Merkels
V-log aus Berlin zwar handgestrickter, aber auch irgendwie etwas weniger als handelte es sich um aufwändig inszenierte Polit-PR. Immerhin darf man Leuenbergers Worte öffentlich kommentieren, was ganze Kommentarfluten nach sich zieht. Merkel schützt sich wohl vor allzu gut gemeinten Ratschlägen aus der Bevölkerung.

Die
Kasse der Stadt Zürich klingelt.
Wenn sogar sozialdemokratische Stadtpräsidenten Steuersenkungen ankünden, haben sich die Machenschaften rund um den Finanzplatz Zürich scheinbar mal wieder gelohnt. Verkehrsbussen sind eine weitere nette Einnahmequelle. Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass damit die Stadt Zürich 2006 satte 58 Millionen Franken eingenommen hat. Weil nun auch falsch geparkten deutschen Autos der unbeliebte Zettel unter dem Scheibenwischer blüht, konnten - gemäss Tages-Anzeiger vom 14. März - die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um vier Millionen gesteigert werden.
(Bild: flickr/Walsch)
Deswegen gilt weiterhin: Deutsche Kluge reisen im Zuge.
Zürich HB und Berlin Hbf sind nämlich neuerdings Partner- bahnhöfe. Hoffentlich führen die diversen Bahnhofspartnerschaften dazu, dass der Berliner Hauptbahnhof das Image des Pannen-Bahnhofs abstreifen kann, und dass nie wieder die Rede von einstürzenden Neubauten sein muss.

Inzwischen könnte sich der Zürcher HB eine spezielle Mission auf seine Flaggen schreiben: Die Vereinheitlichung des verwirrenden hauptbahnhöflichen Abkürzungswesens.

Dann würde Berlin Hbf schlicht zu Berlin HB. Das wäre doch mal ein wahrer ästhetischer Fortschritt im Reich der elektronischen Fahrplanabfrage.
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