
Was Jahreszeiten mit Blättern an Bäumen anstellen, ist für das
Vergehen der Zeit ein sehr ausgetrampelter metaphorischer Pfad. Ausgetrampelte Pfade sind hingegen auch verlässliche Wege, und ich betrete diesen Pfad mit folgenden Zeilen schamlos: An den kühlen Frühlingstagen im April, blickte ich von meinem Zimmerfenster in Berlin-Kreuzberg aus direkt auf ein Zirkuszelt durch ganz scheu spriessende Blätter. Kurze Zeit später war das Zelt hinter dichtem Grün verschwunden, was den mal kühleren, mal wärmeren Sommer über so blieb. Inzwischen paaren sich gelbe Blättchen mit den gelben Streifen auf dem Zelt, das schon fast wieder etwas sichtbar wird. Sechs Monate sind einfach so vergangen, ohne dass man sie darum gebeten hätte.
Die Tage werden kühler, die meisten Berliner Freundinnen und Freunde sind verabschiedet,
Wowi ist wiedergewählt und auch der
Fernsehturm ist schon fast wieder ganz der alte.
Es wird Zeit, Abschied zu nehmen, auch wenn Nummernschilder von Autos eine andere Sprache sprechen (
ST:AY 997). Es wird Zeit, nach Zürich zurückzukehren, ins Land mit den kürzeren Telefonnummern und Postleitzahlen, in die Stadt mit Trolleybussen, dafür ohne U-Bahnen, wo man parkiert und Pendenzenberge abträgt, wo Pünktlichkeit so viel wichtiger ist und wo man sich nur Tschüss sagt, wenn man sich auch wirklich duzt.
Tschüss, Berlin. Und auf Wiedersehen.
1 Comments:
Tschüss liebe Sarah! Komm bald wieder und beachte die Nummernschilder. Ich plaziere die nicht zum Spass auf deinen Wegen. [RE:TRN 997]
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