Montag, Juni 04, 2007

Kurzfutter aus Züri-Berlin

Berliner Staatsbesuch am CSD
Am Samstag besuchte "Herr Regierender Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit" - kurz: Wowi - unser Städtchen mal wieder. Da tanzte und klamaukte nämlich der Christopher Street Day (CSD) durch die Zürcher Innenstadt. Als Wowi das letzte Mal einen Zürcher Umzug besuchte, hatte sich Regierungsrätin Verena Diener bei ihm entschuldigt, dass leider keine Frauen am traditionellen Sechseläuten-Umzug teilnehmen dürfen. Die Berliner Presse berichtete letzten Frühling amüsiert von Wowis souveräner Antwort: "Bekanntlich macht mir das nicht so viel aus." So dürfte es auch Frau Diener nicht mehr erstaunt haben, dass Wowi vorgestern der lesBischwulen Zürcher Bevölkerung ein paar Grussworte entgegenwarf.

Der Zürcher Ballmeister geht nach Berlin
Im letzten Beitrag hatte ich mal wieder krampfhaft eine Züri-Berlin-Verbindung konstruiert, weil ich über den Meistertitel des FC Zürich und Gemeinschaftsgefühle in einer individualisierten Gesellschaft schreiben wollte. Da blicke ich nun selber erstaunt aus der Fussballwäsche, dass der FC Zürich-Trainer Lucien Favre tatsächlich in Windeseile ein weiterer Architekt der Achse Züri-Berlin geworden ist und nun Hertha BSC auf denselben Siegespfad bringen soll. Züri-Berlin gratuliert.

Ebenso Berlin-verliebte Zürcher Bloggerin
Dank eines fruchtbaren Irrtums des geschätzten Blogdenuziaten bin ich auf eine weitere bloggende Züri-Berlinerin gestossen. Ihr Blog ist ein optisch und inhaltlich hinreissendes Produkt mit einer wunderhübschen digitalen Tapete. Zudem teilt Katja B. mit mir das Faible für den 1920er-Mythos und die Existenz als Lizenziandin. Und sie hat sich im gleichen Sommer wie ich an den gleichen (fetten) Ecken, auf denselben Badeschiffen und Berliner Brücken herumgetrieben (fotografisches Beweismaterial). Wenn ich genauer hinschaue, erkenne ich das Gesicht aus dem Deutschen Seminar der Uni Zürich. So little ist big Zurich city.

Tramgespräch
Andere erkennen dagegen mein Gesicht besser. Vor ein paar Tagen wurde ich im Tram von einer hübschen Rothaarigen angesprochen, die ich schon mal irgendwo - natürlich dachte ich fälschlicherweise: irgendwo in dieser kleinen Grossstadt - gesehen hatte. Wir hätten doch dasselbe Seminar an der Freien Uni Berlin besucht, und ich hätte doch dieses Blog... Als sie es sagte, dämmerte es auch mir, obwohl doch sonst jeweils ich beleidigt spiele, wenn man mich nicht sofort wiedererkennt. Sie ist Berlinerin und macht gerade ein Erasmus-Semester in Zürich, wie sie mir im quietschenden 13-er-Tram erzählte. Sie hüpfte am Limmatplatz bereits wieder aus dem zürich-farbenen Gefährt, noch bevor ich die erstaunliche Wiederbegegnung überwunden hatte.

[tsy:riç] goes Riesenmaschine
Mein phonetisches Zürich-T-Shirt ist wie ein neu bedrucktes T-Shirt aus der phöniketischen Asche im textilen Nirvana auferstanden, um für kurze Zeit ein Rädchen der Riesenmaschine zu sein. Aber auch dort ist es schon wieder weg. Natürlich lügt man bei der Riesenmaschine nicht nur schöner (das T-Shirt hatte nämlich nicht nur 1000, sondern gar 2000 Franken gekostet), sondern man fotografiert auch besser. Mit diesem transferierten Bild wird Züri-Berlin als digitale Grabstätte für mein einstiges Lieblings-T-Shirt schon fast zum Mausoleum.
(Ich habe es mir schmerzlich verkniffen, diesen Abschnitt mit "Pimp my T-Shirt" zu übertiteln. Ich hoffe, Sie danken es mir, wie ich es inzwischen allen danke, die es fertig bringen, den besonders originellen Dauerwitz vor dem Aussprechen auf ihrer Zunge zergehen zu lassen.)

Die verwendeten Fotos sind Creative Commons-lizenziert:
T-Shirt von Riesenmaschine, Regenbogen-Flagge von mhaithaca, Tram von iwouldstay. Ausser das Bildschirmfoto von Katja B.'s Blog.

1 Comments:

Anonymous Katja B. said...

hey hallo sarah, freu mich über den post über meine site. gerade bin ich aus dem wunderbaren berlin zurück. vielleicht sieht man sich ja mal am ds. spreche mich am besten an ;-) ich werd deinen blog bald noch genauer anschauen. berlin-gruss.

6/06/2007 07:29:00 nachm.  

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